Dirschauer Straße 13/14


Das Objekt in der Dirschauer Straße 13/14 wurde auf Initiative der Hausbewohner durch die SelbstBau e.G. gepachtet und durch das Programm „Wohnungspolitische Selbsthilfe“ gefördert. Die Dirschauer Straße befindet sich im Milieuschutzgebiet „Boxhagener Platz“ in Friedrichshain. Nach zweijähriger Bauzeit (2001-2003) konnte die Sanierung abgeschlossen werden.

Im gesamten Haus wurden die Wohnqualität steigernde zusätzliche Maßnahmen ausgeführt. Diese umfassten den Einbau einer Gemeinschaftsdachterrasse, welche von allen Treppenhäusern begehbar ist. Alle Wohnungen wurden mit einem Balkon bzw. einer Terrasse ausgestattet. Die Treppenhäuser, Toreinfahrten und Höfe wurden nach den Vorstellungen der Bewohner umgestaltet, so dass in den Höfen eine Remise mit gemeinschaftlichen Fahrradabstellplätzen geschaffen worden ist.

Das Haus ist in drei Bauabschnitten fertig gestellt worden. Die Selbsthelfer mussten zum großen Teil während der Bauphase im Haus wohnen bleiben. Mancher ist während der Bauzeit zweimal im Haus umgezogen.

Von den ursprünglich 11 sanierungsbetroffenen Mietern sind nur vier Mietparteien nach der Sanierung in das Haus zurückgekehrt. Zwei dieser nun nicht belegten Wohnungen wurden zu einer rollstuhlgerechten Wohnung ausgebaut. Wenn es möglich war, wurden frei werdende Wohnungen mit Nachbarwohnungen zusammengelegt, um einen familiengerechten Grundriss zu schaffen. In diesem Zusammenhang war es zum Teil nötig, dass innerhalb des Hauses Wohnungstausche vorgenommen werden mussten.

Die SelbstBau e.G. und die Bewohner des Hauses sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Sanierung. Die Selbsthelfer haben einen hohen Anteil an Eigenleistung erbracht und waren gut organisiert und motiviert.

In der Dirschauer Straße 13/14 wurde für 85 selbsthelfende BewohnerInnen, zum Großteil Familien mit Kindern, für ein Genossenschaftsmitglied ein rollstuhlgerechter und für vier sanierungsbetroffene Mietparteien Wohnraum sozialverträglich und in hoher Qualität saniert bzw. hergestellt.

Die Hausgruppe hat sich neben der gemeinschaftlich zugänglichen Dachterrasse, in den Höfen und Kellern Flächen für Begegnung und zur gemeinschaftlichen Nutzung eingerichtet. Die Nutzung wird sicherlich durch die derzeit fünfzehn und noch zu erwartenden Kinder geprägt sein.

Alle sind zufrieden mit dem Ergebnis des jahrelangen Engagements und jeder fühlt sich auf besondere Weise mit dem Projekt verbunden. Außerdem bestätigt die Hausgemeinschaft die positiven Impulse, welche von den Selbsthilfeprojekten im Kiez für das Quartier ausgehen.




Projektdaten

Bauzeit:2001 - 2003
Wohnungen:38
Gewerbe:3
Besonderheiten:Pachtvertrag bis 2029 
Architektur:Architekturbüro Scholz & Son
Haustechnik:Ingenieurbüro AKUT und Architekten Scholz & Son
Statik:Ingenieurbüro Glosch
Außenanlagen:Architekten Scholz & Son